STS Wunderling-Weibier: „Wenn der Baubescheid da ist, wird es schnell gehen“
Der Verein Pro B210n e.V., der sich für die verträgliche Umsetzung der vom Deutschen Bundestag beschlossenen Bundesstraße B210 neu (B210n) einsetzt, hat sich in Aurich mit Vereinsmitgliedern, Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern von Unternehmen, Verbänden und Politik getroffen, um den aktuellen Planungsstand und Handlungsbedarf zu diskutieren.
Zu den Gästen gehörten auch der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann, der Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen Matthias Wunderling-Weibier, der Auricher Landrat Olaf Meinen, Präsident der IHK für Ostfriesland und Papenburg Theo Eilers, der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands für Ostfriesland und Papenburg Jörg Thoma, der Geschäftsführer der EMS-Achse Dr. Dirk Lüerßen und Mitglied des Niedersächsischen Landtages Wiard Siebels.
„Es ist gut, dass es den Verein Pro B210n gibt“, sagte Bürgermeister Feddermann.
„Sowohl die B210n als auch die Reaktivierung der Bahnstrecke für den Personenverkehr sind wesentliche Infrastrukturprojekte, die die ganze Region voranbringen“.
Staatssekretär Wunderling-Weibier betonte die Rolle der B210n: „Eine effiziente Infrastruktur ist die Lebensader von funktionierenden Gesellschaften. Die Landesregierung wird in die Ertüchtigung der Verkehrsinfrastruktur zusätzliche 1,5 Mrd. Euro investieren“, so Wunderling-Weibier. Infrastruktur sei nun verstärkt auch eine militärische Anforderung. „Denn wir haben in Niedersachsen viele Bundeswehrstandorte sowie Häfen, über die im Bedarfsfall Material und Truppen transportiert werden müssen.“ Die B210n sei aber auch wichtig für den Tourismus und die Entwicklung der Region insgesamt. „Die B210n sichert Wohlstand und Lebensqualität. Jeder in dieses Projekt investierte Euro wird sich über die Zeit auszahlen.“ Wunderling-Weibier sagte die volle Unterstützung der Landesregierung bei der Planung und Realisierung der B210n zu. „Wenn Baubescheid da ist, wird es schnell gehen“, so der Staatssekretär.
„Es gibt nur schlüssige Argumente für die Notwendigkeit der B210n mit allen drei vorgesehenen Abschnitten“, sagte Landrat Olaf Meinen. Gemeinsam mit der in Bau befindlichen Zentralklinik in Georgsheil und der Reaktivierung der Bahnstrecke Aurich-Abelitz zähle die B210n zu den drei wichtigsten Zukunftsprojekten in Ostfriesland. „Wir begrüßen die Unterstützung der Landesregierung“, so Meinen. Er appelliere daran, nun die Planungsmittel für den dritten Abschnitt, die Anbindung zwischen Bangstede und Georgsheil, freizugeben.
IHK-Präsident Theo Eilers zeigte sich überzeugt, dass die B210n wichtige Impulse für ganz Ostfriesland geben werde. „Beim Entwicklungspotential sehe ich durchaus Parallelen zu den Effekten, die der Lückenschluss der A31 gebracht hat“, so Eilers. Nun müsse man ins Umsetzen kommen. „Der Moment ist günstig und das Geld ist da. Jetzt ist die Politik gefordert, für eine schnelle Realisierung zu sorgen“, so Eilers.
Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Jörg Thoma forderte eine Deutschlandgeschwindigkeit auch in Ostfriesland. „Unternehmen und Arbeitnehmer sind auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen“, so Thoma. Für die Wirtschaft brächte die B210n kürzere Lieferzeiten, weniger Staus, eine Senkung der Transportkosten, eine höhere Produktivität und eine gesteigerte Investitionsbereitschaft in der Region. „Die B210n ist kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für den künftigen Erfolg der Wirtschaft und auch des Tourismus“, so Thoma. „Derzeit stehen die Zeichen auf Rezession – darum müssen wir nun alle Weichen auf Wachstum stellen“. Der Arbeitgeberverband für Ostfriesland unterstütze daher die Ziele des Vereins ProB10n ausdrücklich.
Auch EMS-Achse Geschäftsführer Dr. Dirk Lüerßen betonte, dass die erforderlichen Finanzmittel durchaus zur Verfügung stünden. „Der Staat muss nun deutlich machen, dass er handlungsfähig ist und den Menschen zeigen, dass auch etwas passiert“, so Lüerßen. Grade der ländliche Raum dürfe nicht abgehängt werden. „Insgesamt geht es um Verkehrsinfrastruktur auf der Straße, auf der Schiene und auf dem Wasser sowie um die Energiewende“, so Lüerßen. Dabei müsse das Gemeinwohl wieder mehr im Vordergrund stehen. „In anderen Ländern wie beispielsweise Dänemark oder den Niederlanden haben vergleichbare große Projekte stets Vorfahrt“. Auch in Deutschland müsse es wieder schneller vorangehen. „Dazu sind bestehende Verfahrenswege zu hinterfragen“, so Lüerßen.
MdL Wiard Siebels dankte Hinrich Tjaden, dem Vorsitzenden des Vereins Pro B210n e.V., für die engagierte Arbeit der letzten Jahre. „Wie der Verein bin ich der Überzeugung, dass eine effiziente Infrastruktur die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft im ländlichen Raum ist,“ sagte Siebels. Die Anbindung einer Region entscheide mit darüber, ob junge Menschen hier blieben oder Fachkräfte von außerhalb sich hier ansiedelten. „Die grundsätzlich gute Lebensqualität in Ostfriesland muss durch eine ebenso gute Anbindung an die größeren Zentren ergänzt werden“, so Siebels. Natürlich seien bei Bauprojekten die Bedenken der Betroffenen ernst zu nehmen, ob bei der Straße oder der Bahnanbindung. Aber das Gemeinwohl müsse immer gegenübergestellt werden und künftig wieder mehr in den Focus rücken. „Nicht die Lautesten dürfen bestimmen, sondern die Mehrheiten“, sagte Siebels.
„Wir freuen uns über die umfangreiche Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern, Verbandsvertretern und Politikern über die Parteigrenzen hinweg“, sagte Hinrich Tjaden, Vorsitzender des Vereins Pro B210n. „Unser Ziel ist es, gemeinsam Richtung Hannover und Berlin zu signalisieren, dass die Region die B210n braucht und will, um somit das Verfahren und die Umsetzung des Projekts weiter zu beschleunigen“.

Stellten den Mitgliedern des Vereins Pro B210 ihre Positionen dar (v.l.): Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands für Ostfriesland und Papenburg Jörg Thoma, der Geschäftsführer der EMS-Achse Dr. Dirk Lüerßen, Aurichs Bürgermeister Horst Feddermann, der Präsident der IHK für Ostfriesland und Papenburg Theo Eilers, Staatssekretär Matthias Wunderling-Weibier, MdL Wiard Siebels, Aurichs Landrat Olaf Meinen, der Vereinsvorsitzende der Pro B210n, Hinrich Tjaden, und Frank Buchholz, Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.
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Status Quo der B210n
Der Bau der B210n ist vom Deutschen Bundestag beschlossen und befindet sich im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Der erste Abschnitt, die Umgehungsstraße um Aurich und damit der Lückenschluss der B210 zwischen Wilhelmshaven und Emden, hat den so genannten Gesehen-Vermerk der Bundesregierung erhalten. Damit hat der Bund den Planungen des Landes Niedersachsen für diesen Abschnitt grundsätzlich zugestimmt. Nun geht es in das Planfeststellungsverfahren, das vergleichbar mit einer Baugenehmigung ist. Für den zweiten Abschnitt wird die Zustimmung in Form des Gesehen in Kürze erwartet.
Bereits genehmigt und in Umsetzung ist der vorzeitige Erwerb von Kompensationsflächen, beispielsweise für Wallhecken. Es wurde bereits begonnen, geeignete Grundstücke dafür zu kaufen.
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Der Verein
Der Verein ProB210n setzt sich für eine sozial- und umweltverträgliche Planung und Umsetzung der Bundesstraße 210 neu mit einer Umgehung von Aurich und einer Autobahnanbindung für die Mitte Ostfrieslands inklusive einer Verbindung nach Georgsheil und einer verbesserten Anbindung der Stadt Norden ein.
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23. Oktober 2025
Ihr Ansprechpartner
Pro B210n e.V.
Hinrich Tjaden
Tel. +49 (0) 171 7794474

